Wie Corona unsere Probleme löst

(oder lösen könnte). Klingt waghalsig. Aber als Clown habe ich mir angewöhnt, die Dinge auch mal auf den Kopf zu stellen und aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Außerdem glaube ich, dass die Perspektive des Clowns noch nie wichtiger waren als in diesen Tagen.

Warum ist Clown jetzt besonders wichtig?

Nun, der lockdown trifft die Menschen wirtschaftlich sehr unterschiedlich.  Jedoch leiden alle gleich an den emotionalen Folgen. Ich denke das wird uns auch noch lange begleiten.

Deswegen ein kleiner Versuch:

Unser Clownprinzip sagt: „Finde heraus, wie das Problem, das Problem löst.“. Also frage ich mich, wie lässt sich das Clownprinzip auf das Problem Corona übertragen. Als Clown gehe ich davon aus, dass jedes Problem ein Spielimpuls ist.

Welchen Impuls bekommen wir also von Corona?

Durch Corona wurde einiges klar:

  • Zum Beispiel: Unsere Bildungsstätten sind marode von A bis Z. Schon vor Corona musste man sich in vielen Schulen überwinden, wenn man mal auf die Toilette musste. Schon früher waren diese Örtchen eine Virenschleuder. Und nicht wegen den Benutzern- sondern weil sie in einem maroden Zustand waren und sind. Jetzt sagt uns also Corona, schaut da mal hin. Investiert und nicht nur in laptops sondern in die Gebäude. Und im Moment würde das bedeuten alle Schulen mit Luftfiltern auszurüsten wie in Flugzeugen, sodass wir auch in den Schulen gesund belüftet arbeiten können. Ein klarer Impuls von dem Problem Corona was hier zu tun wäre. Doch leider passiert hier nichts seit März 2020, außer dem Konzept Schulen zu schließen und das ist viel teuer als Luftfilter.
  • Dann unser Gesundheitssystem. Ohha es fehlen Pfleger. Welche Erkenntnis: Die Krankenhäuser sind seit Jahren kaputtgespart und durch Privatisierung verstärkt kommerziell ausgerichtet. Die Folgen liegen jetzt auf der Hand. Wieder ein klarer „Spielimpuls“, den man seit Frühjahr hätte massiv annehmen könnte. Auch wenn das aktuell zu spät ist, ist doch jedem klar wie wichtig es für die Zukunft ist. Da meine ich doch: Jetzt aber die Basuka raus und zwar richtig! Was eine marodes Gesundheitssystem für die Wirtschaft bedeutet und wieviel Geld das kostet, bekommen wir gerade alle zu spüren. Die Maßnahmen die jetzt ergriffen werden sind viel zu gering.
  • Wir müssen testen, damit Menschen wissen ob Sie ansteckend sind. Das ist klar!   Ich habe zum Beispiel einen PCR-Test am Flughaufen gemacht – lange angestanden – in einer langen Schlage- mit Menschen aus der ganzen Welt. „Guter“ Ort um sich anzustecken. Aber Schnelltest sind kompliziert, so heißt es. Nun  gibt es seit August letzten Jahres von der Harvard Uni von Prof Mina eine Schnelltest den sogenannten Mina Test für einen Dollar, den jeder zuhause machen könnte, ohne ärztliches Personal.  Nachteil und gleichzeitig Vorteil ist, er ist viel weniger empfindlich als ein PCR Test (eine Sequenzierung von 30 gegenüber 60). Also wer hier positiv getestet ist, ist wirklich positiv und hat den Virus in der Stärke, dass er auch ansteckend ist. Hier kann man dann sofort reagieren. Ein unkomplizierter Schnelltest der nicht viel kostet und überall zur Verfügung gestellt werden könnte…….. könnte!
  • Und nun ein Blick in die Zukunft: Durch den lockdown werden massive soziale Probleme auf uns zukommen. Deswegen mein Tipp: Jetzt massiv Sozialarbeiter schulen und einstellen, Jugendhäuser aufrüsten, Therapiezentren vorbereiten und dafür viel Geld zur Verfügung stellen. Kostet nur – bringt nichts!? Nun die wirtschaftlichen Kosten die entstehen werden, wenn Menschen den Boden unter den Füssen verlieren, werden höher ausfallen
  • Und noch etwas macht Corona klar: Kultur und Kunst spielen in unserer Gesellschaft eine mehr als untergeordnete Rolle. Und auch das ist nicht neu. Ich erinnere mich an Verhandlungen unserer kleinen Künstler-Agentur, wo es für einen privaten Veranstalter kein Thema war eine Flasche Rotwein für 100 € zu bestellen (und es blieb ja nicht bei einer Flasche) aber für einen Künstler am Abend 300€ oder 400€ auszugeben war zu teuer. Wohlmerkt Kultur ist mehr als Party oder Abreagieren beim Sport. Kultur berührt die Seele und die leidet im Moment sehr.

Das alles lehrt uns Corona. Und so weist das Problem Corona auf das eigentliche Problem hin. Und das Problem sind wir:

  • Unsere Lebensweise, unsere bornierte Perspektive auf Geld, gesponsert durch Angst.
  • Die alte Methode alles von oben herab zu bestimmen und die dahinter die klare Einschätzung, dass man den Menschen einfach nicht vertrauen kann und sie zu doof sind, und deswegen ein starker „Kapitän“ ich rede mal bewusst nicht von „Führer“ in schwierigen Zeiten die Sache alleine in die Hand nehmen muss. Damit bewegen wir uns sozial auf der untersten Stufe der Entwicklung.
  • Und immer wieder das Missverständnis zu glauben, dass Bildung Geld kostet – statt zu sehen wie hier Wirtschaftskraft für die Zukunft geschult wird. Ich finde es schon fast amüsant, dass es bei dem Problem Bildung im Moment am meisten darum geht, die Kinder aus den Füssen zu kriegen, damit die Eltern arbeiten gehen können.
  • Das Thema Gesundheitssystem wird ausschließlich darauf reduziert, dass uns Intensivmediziner fehlen und Betten. Aber was lehrt uns das Virus noch? Schauen wir auf unserer Lebensweise und die Art wie wir Leben erhalten wollen. Hier könnten wir von Corona viel darüber lernen, wie wir unsere Leben und unser Sterben auffassen, bevor es zur Intensivmedizin geht.
  • Und nicht zu vergessen der zunehmende Alltags-Stress unter dem immer mehr Menschen leiden. Nicht erst seit homeschooling und homeoffice ist klar, dass Kinder haben und arbeiten eigentlich gar nicht zusammen gehen kann.

In dem Moment wo wir verstehen, dass wir das Problem sind und nicht das böse Virus, in dem Moment wird klar, wie Problem das Problem lösen könnte?

Fangen wir damit an unserer Perspektive ein bisschen zu verrücken. Weg von dem normalen Wahnsinn. Nutzen wir unseren Freund den Clown als Begleiter. Entfalten wir uns im Spielen, sammeln wir Kraft im Zusammenspiel ohne Richtig und Falsch, ohne Konkurrenz und Angst zu versagen.

Setzen wir dir rote Nase auf, unsere Maske gegen den Virus der Borniertheit und der Angst. Die AHA-L Regeln kann man trotzdem befolgen. Denn Clown sein, heißt nicht dumm sein. Aber auch nicht eingefroren in der Angst.

In diesem Sinne – Gut Clown – ich freue mich auf Euch, Euer Michael

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